Hufrehe bei Pferden?

Hufrehe bei Pferden? Durchblutungsstörung des Aufhängeapparates des Hufbeins zur Hufwand.

Eine kurze anatomische Einleitung, bevor ich die Krankheit Hufrehe genauer beschreibe, ist für das bessere Verständnis erforderlich.  Pferde sind Zehenspitzengänger, bei denen im Laufe der Evolution nur noch eine Zehe übrig geblieben ist, die das gesamte Gewicht des Pferdes trägt. In der Hufkapsel haben wir somit das Hufbein, das bei uns Menschen das letzte Fingerglied darstellt. Das Hufbein liegt nicht locker in der Hufkapsel, sondern ist durch einen komplexen, stark durchbluteten Aufhängeapparat mit der Hufwand verbunden.

Bei der akuten Hufrehe werden die kleinen Blutgefäße des Aufhängeapparates durch verschiedene Ursachen verstopft, was zu einer  Durchblutungsstörung und somit zu einem Sauerstoffmangel führt, wodurch das Gewebe abstirbt. Die Verbindung von Hufbein und Hufwand  ist nun nicht mehr gegeben und es kann zu einer Rotation oder Absenkung (Verschiebung) des Hufbeins bis hin zum sogenannten Sohlendurchbruch (Das Hufbein durchbricht die Hufsohle) kommen.

Symptome der Hufrehe:

  • sehr starke Schmerzen
  • betroffen Hufe setzten nur auf dem hinteren Teil (Trachten) auf
  • häufig nur Vorderhufe erkrankt – dann werden die Hinterbeine unter den  Körper gestellt und die Vorderhufe weit nach vorne gestreckt
  • Pferde möchten / können nicht laufen – laufen klamm
  • Pferde geben die Hufe nicht mehr – Belastung des anderen Hufes dann zu hoch
  • Pferde können evtl. nicht mehr aufstehen
  • das Allgemeinbefinden kann gestört sein – keine Futter oder Wasseraufnahme
  • Hufe sind vermehrt warm
  • Mittelfußarterie pulsiert

Blacky,Snoopy,Netti (10)

Wichtig ist es, dass die Rehe so schnell wie möglich erkannt wird und dann eine Behandlung eingeleitet wird, um größere Schäden zu verhindern.  Die Durchblutung der kleinen Blutkapillaren des Aufhängeapparates müssen wiederhergestellt werden. Durch den Einsatz von Blutegeln wird die Durchblutung angeregt, Schmerzen gelindert, Entzündungsstoffe ausgeleitet und der Lymphabfluss gesteigert, was für das betroffene Tier eine sofortige Erleichterung bedeutet.

Notwendig ist natürlich die Ursache für den Reheschub herauszufinden, um die Erkrankung in Zukunft zu verhindern!

 

Ursachen einer Hufrehe:

1) Futterrehe (zu viel Fructan im Futter)                                                            

2) Toxische Rehe (durch Medikamente oder Pflanzen)                                                                                                         

3) Rehe durch Infektionskrankheiten                  

4) Geburtsrehe (Nachgeburt nicht abgegangen)

5) Belastungsrehe (Durchblutungsmangel durch starke Belastung auf hartem Boden)                

6) Stoffwechselerkrankungen als Auslöser (Equines Metabolisches Syndrom, Cushing)

7) Rehe durch Verletzungen und dadurch Entzündungen der Huflederhaut  (z.B. Nageltritt)

Wie bereits beschrieben, kann ich als Behandlungsmethode die Blutegeltherapie empfehlen. Wenn Ihr darüber mehr erfahren wollt, lest Euch noch einmal meine Rubrik Blutegeltherapie durch oder fragt mich einfach direkt.

Liebe Grüße!